Weihnachten 2018

Der Anfang

Wie es begann

Wenn ich sagen würde, dass ich weiß, an welchem Tag ich die Idee hatte, müsste ich lügen. Ich weiß nicht, ob es im Frühling, Sommer, Herbst oder Winter war. Ich weiß nicht, ob die Sonne schien oder der Regen auf unsere kleine Erde hinunterprasselte. Ich weiß auch nicht, was ich zu der Zeit tat, doch eines weiß ich: Vor zwei Jahren in der Adventzeit berichtete ich bereits Familie und Freunden von meiner Idee. Schon damals spürte ich die Anspannung, diese Vorfreude, wenn man weiß, ich darf einem Menschen ein Geschenk machen. Kennt ihr das? Dieses Gefühl, nicht mehr anhalten zu können und es am liebsten in die ganze Welt hinaus zu posaunen? Man wird hibbelig, kann abends nicht einschlafen und stellt sich stattdessen vor, wie man das Geschenk überreicht. Tausend Szenarien spielt man durch. Positionen werden geändert, Gespräche im Kopf durchgegangen und alles, der Moment des Schenkens erscheint fast heilig. Man träumt in wachem Zustand und ist unendlich glücklich.

Seit zwei Jahren träumte ich also von meiner Idee. Doch jedes Jahr, so viel ich auch wagte zu träumen, schien der Moment nicht richtig zu sein und ich verschob es auf das nächste Weihnachten. Natürlich fühlte ich mich damit nicht gut, denn ein Jahr des Wartens kann unendlich sein.

Auch in diesem Jahr schienen meine Termine und Erledigungen aus allen Nähten zuplatzen. Bereits im Oktober musste ich feststellen, dass es schwer werden würde, einen freien Moment zu finden. Doch wie ein Wink des Schicksals, ereigneten sich im November ein paar Dinge, die mich anfangs komplett aus der Bahn warfen, doch mir bald darauf auch viel Mut und Kraft gaben. Plötzlich war da eine Lücke und ich spürte, dass meine Idee, von der ich so viele Jahre träumte, endlich einen Platz finden würde. Ich griff nach meinem Terminkalender und begann zuplanen, erstellte Listen und arbeitete meine Idee weiter aus.

Heute liegt die Idee, mein kleiner Traum vor mir. Ich kann ihn sehen und sogar anfassen. Mein Geschenk für euch, aus tiefstem Herzen von mir.

Mein Traum

Meine Träume, die ich mir ausmale, beginnen häufig mit der Anfangsszene am Schreibtisch. Ich sitze mit gedimmtem Licht – draußen ist es bereits dunkel –an meinem Schreibtisch und schreibe. Alles, was um mich herum passiert, ist nicht existent, denn ich bin mit meinen Gedanken allein. Ich lausche, was mir meine innere Stimme zu sagen hat und übertrage es auf ein weißes Blatt Papier. In den nächsten Szenen sehe ich mich meist in einem Buchladen, in dem meine Geschichte auf einem Tisch zum Verkauf ausliegt, jedoch nicht in diesem Traum. Hier kann niemand meine Geschichte kaufen, da ich sie verschenke. Ich stehe an einem Bahnhof, halte meine Geschichte in der Hand und sehe Menschen, die auf den Zug warten. Mein Herz pocht heftig, ich gehe langsam mit einem Lächeln auf die Menschen zu und frage: „Darf ich Ihnen zu Weihnachten eine Geschichte schenken?“

In den letzten Wochen arbeitete ich genau auf diesen Moment hin: Ich schrieb eine Weihnachtsgeschichte, gestaltete ein Layout, ließ sie drucken und plante meine Geschenkaktion. Am 18. Dezember 2018 ist es nun soweit. Eine Woche vor Weihnachten werde ich tausend Geschichten an den Gleisen des Kölner Hauptbahnhofs verteilen. Dabei achte ich vor allem auf den Fernverkehr, damit meine Geschichte auch in andere Bundesländer gelangt. So wird es möglich, Deutschland meine Geschichte zu Weihnachten zu schenken.

Insgesamt existieren 1050 Exemplare, die hauptsächlich in Deutschland verteilt werden –einige wenige werden auch über die Grenze nach Österreich gelangen. Dank der unfassbar herzlichen und liebevollen Unterstützung auf Instagram, habe ich bereits 16 Menschen eine Geschichte als Dank zukommen lassen. Es sind Menschen, die mir dieses Jahr einen schönen Moment bereitet und sich viel Zeit genommen haben, meine Beiträge seit den Anfängen zu lesen. Sie haben meine Texte kommentiert und teilweise auch privat zu mir Kontakt aufgenommen. Zusätzlich werde ich drei Exemplare auf Instagram durch ein Gewinnspiel verlosen und außerdem an kleinere und größere Unternehmen per Mail verschicken. Dies alles geschieht, ohne die Erwartung auf eine Gegenleistung. Es ist ein Geschenk. Die Vorstellung, dass ich einigen Menschen einen schönen Moment schenken kann, genügt mir vollkommen.

Die Zukunft

Ihr seid gespannt, wie meine Aktion am Kölner Hauptbahnhof ankommt, wie ich mich währenddessen gefühlt habe, und ob ich vielleicht sogar Rückmeldungen erhalten habe? Ich werde euch hier über alles informieren und wünsche bis dahin

Alles Liebe und eine fröhliche Adventzeit!

Eure Belle