Buchrezensionen,  Roman

Gestürzter Engel – Per Olov Enquist

Im Laufe der Zeit lernt man viele Arten von Büchern kennen. Es gibt schöne, rührende Geschichten, welche, die einen prägen. Dann gibt es welche, die lediglich unterhalten, Spannung für einen kurzen Moment ins Leben bringen. Manche Bücher legt man nicht mehr bis zum Ende aus der Hand und dann gibt es wiederum andere, die man bereits nach der ersten Seite in die Ecke pfeffern möchte. Es gibt gute und schlechte Bücher, obwohl dieses Urteil doch recht subjektiv ist. Um es kurz zu machen: Es besteht die Möglichkeit in eine Vielzahl von fremden, fernen, fiktiven Welten einzutauchen.

Bei Per Olov Enquists Roman Gestürzter Engel haben wir es mit einer ganz besonderen Kategorie von Buch zu tun: Ich möchte die Geschichte an die erste Stelle meiner wohl skurrilsten Liebesgeschichten setzen, die ich bis zum jetzigen Zeitpunkt gelesen habe. Drei Pärchen, die sich auf unterschiedliche Weise lieben, beziehungsweise hassen, werden vorgestellt. Der Leser lernt beispielsweise den außergewöhnlichen Pasqual Pino kennen, auf deren Stirn seine Geliebte Maria eines Tages heraus wächst. Er, oder vielmehr die zwei Köpfe sind eine große Attraktion an der amerikanischen Westküste und treten daher in einem Wanderzirkus auf. Die Beziehung der beiden gerät nach einer Fremdliebelei Pinos ins Wanken, doch was tun, wenn zwei in einem Körper stecken und Maria nur als Gast an seiner Stirn klebt?

Für mutige Leser mit viel Durchhaltevermögen auf runde 112 Seiten ist das Buch exzellent geeignet. Enquist spielt mit der Sprache wie ein Maler mit der Farbe. Ein Fest für jeden Sprachenliebhaber und für Leser, die offen für ein bisschen Skurrilität sind.

Titel: Gestürzter Engel
Autor: Per Olov Enquist
Verlag: Fischer Taschenbuch
ISBN: 978 3 596 15742 6
Erscheinungsjahr: November 2003
Format: Taschenbuch, 112 Seiten
Preis: 7,95 €

Erhältlich unter Amazon und Thalia.