Buchrezensionen,  Roman

Die Wurzeln des Lebens – Richard Powers

In Die Wurzeln des Lebens vereint Richard Powers die Natur mit dem Menschen. Um es konkreter auszudrücken: Powers lässt den Menschen mit den Bäumen verwurzeln.

Zu Beginn erhält der Leser Einblick in neun Leben, die alle durch die Thematik des Baumes miteinander verbunden sind. In Amerika versuchen beispielsweise die Nachkommen eines Siedlers, der einen der letzten Kastanienbäume gepflanzt hatte, den Baum von Generation zu Generation am Leben zu halten. Des Weiteren erhält der Leser, in das Leben der Botanikerin Patricia Westerford, Einblick. Westerford zeichnet sich vor allem da durch aus, dass sie die Kommunikation zwischen den Bäumen entdeckt. Dies macht sie zu einer wichtigen Person, die zusammen mit acht anderen Menschen, im zweiten, dritten und letzten Abschnitt des Buches versuchen, die Mammutbäume zu retten. Was folgt sind Konflikte mit der Politik und der Ignoranz der anderen Menschen.

Als mir dieser Roman, in einer Buchhandlung entgegenlächelte, erweckte er sofort mein Interesse. Das Cover verriet bereits um was sich der Inhalt handelt: Bäume. Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis bestätigte diese Ahnung: Das erste Kapitel Wurzeln besteht aus den acht Unterkapiteln, die die neun Menschen bespiegeln. Die weiteren Kapitel teilen sich in Stamm, Krone und Samen auf. Ich hoffte auf eine schöne romantische, poetische Sprache, wurde jedoch leider schnell enttäuscht. Powers Schreibstil ist mir zu lieblos. Fakten werden dem Leser in immenser Geschwindigkeit um die Ohren geworfen. Unzählige Namen. Ich war tatsächlich überfordert. Daher legte ich das Buch erst einmal beiseite. Als ich den Roman jedoch wieder zur Hand nahm, blieb auch hier die Begeisterung aus. Pathos trieft von Zeile zu Zeile und legt Powers Meinung zum Thema dar. Teilweise wird man das Gefühl nicht los ein naturwissenschaftliches Fachbuch über Bäume in den Händen zu halten, was den Wert dieses Buches in meinen Augen schmälert. Die Thematik könnte aktueller nicht sein, doch die Umsetzung ist Powers leider nicht gut gelungen. Ich denke, dass dem Roman ein bisschen schöne Sprachpoesie, aber vielleicht auch einem Hauch von Sarkasmus ganz gut getan hätte. Pathos ist in Grenzen absolut in Ordnung, aber wenn es zu viel wird, ist es mir zu anstrengend.

Mein Fazit halte ich daher so: Ein wichtiges Thema, in einem für mich nicht gut gelungenen Roman. Das war leider so gar nichts für mich.

Titel: Die Wurzeln des Lebens
Autor: Richard Powers
Übersetzer: Manfred Allié, Gabriele Kempf-Allié
Verlag: S. Fischer Verlag
ISBN: 978 3 103 97372 3
Erscheinungsjahr: Oktober 2018
Format: Hardcover mit Schutzumschlag, 624 Seiten
Preis: 26 €

Erhältlich unter Amazon und Thalia.

Für das Rezensionsexemplar möchte ich mich ganz herzlich beim S. Fischer Verlag bedanken. Der Roman regte mich sehr zum Nachdenken an, jedoch fand ich ihn phasenweise sehr lieblos und wissenschaftlich niedergeschrieben. Nichts desto trotz, vielen Dank!