Buchrezensionen,  Lyrik

Das Neue Reich – Stefan George

Schlicht, direkt, ausdruckstark. Der Lyrikband Das neue Reich von Stefan George lässt Litertaurherzen in vielfacher Form höher schlagen.

Stefan George lebte von 1868 bis 1933 und zählte zu einer der wichtigsten Symbolisten in Deutschland. Mit seiner Lyrik wollte er sich weit von den alten Normen entfernen, und aus diesem Grund war es ihm auch von großer Wichtigkeit, dass seine Literaturbände schlicht und einfach gehalten waren. Dieses Exemplar – 2001 im Klett-Cotta Verlag erschienen – würde ihm sicherlich sehr gut gefallen.

Der Inhalt ist in 17 Teile gegliedert. Jedes Kapitel enthält nicht nur ein neues Thema – von „Goethes letzte Nacht in Italien“ bis „Sprüche an die Lebenden“ oder „Sprüche an die Toten“ – sondern auch einen anderen Formaufbau – von balladischen bis zur klassischen, regelmäßigen Lyrikform.

Das neue Reich ist der letzte Lyrikband von George. Ich möchte es allen Lyrik Liebhabern ans Herz legen, die Spaß an avantgardistischen Formen und Inhalten haben – Krieg, Tod, Zerfall, Sarkasmus und einem winzigen Hauch von Sehnsucht.

Ein kleines, regelmäßiges Gedicht habe ich für euch aus dem letzten Teil „Das Lied“ herausgesucht. Die Pünktchen, die ihr sehen könnt, wurden von George gesetzt.

Das Licht – Stefan George

„Wir sind in trauer wenn • uns minder günstig
Du dich zu andren • mehr beglückten • drehst
Wenn unser geist • nach anbedeutung brünstig •
An abenden in deinem abglanz wes’t.

Wir wären töricht • wollten wir dich hassen
Wenn oft dein strahl verderbendrohend sticht
Wir wären kinder • wollten wir dich fassen – 
Da du für alle leuchtest • süsses Licht!“

Titel: Das Neue Reich
Autor: Stefan George
Verlag: Klett-Cotta
ISBN: 978 3 608 95115 8
Erscheinungsjahr: Januar 2001
Format: Leinen mit Schutzumschlag, 149 Seiten
Preis: 25 €

Erhältlich unter Amazon und Thalia.