Buchrezensionen

Alle wollen was erleben – Fabian Hischmann

Fabian Hischmann sammelt in Alle wollen was erleben dreizehn Kurzgeschichten, die zum Nachdenken anregen.

In jeder Geschichte wird der Protagonist von einem inneren Konflikt getrieben, der ihn zur körperlichen Stagnation oder zur Flucht in andere Orte treibt. Jeder ist auf gewisse Weise unglücklich und sieht die Schuld im eigenen Lebensstil. Veränderungen müssen her, es muss etwas erlebt werden, doch das Glück bleibt weiter fern. So zieht sich von Geschichte zu Geschichte ein roter Faden und wirkt in der Gesamtheit komplett.

Ich fand es spannend zu beobachten, wie Hischmann mit seinen unaufgeregten, ruhigen Geschichten doch so viel Gesellschaftskritik übermittelt. Wenig Worte und doch viel Tiefe. Als ich das Buch las, fand ich es in dem Moment schlüssig und es hat mir auch gut gefallen, doch eine entscheidende, wichtige Sache fehlt mir leider: Bei mir ist kaum etwas in Erinnerung geblieben. Hischmann beschreibt nichts intensiver, sondern erzählt einfach alles runter. Er konnte bei mir keine länger nachwirkenden Emotionen erzeugen, sodass vieles einfach gelesen und vergessen ist. Ich bin ein sehr visueller Mensch, dass heißt hier, dass ich Geschichten liebe, die Bilder erzeugen. Was längerfristig in Erinnerung bleibt, ist die Bildhaftesprache, Gefühle und Gedanken, die ich mir dazu gemacht habe. Letzteres hat das Buch erfüllt, doch die beiden erstgenannten Punkte fehlen mir leider.

Wer jedoch Freund von minimalistischer Sprache ist, wird mit diesen Geschichten sehr viel Vergnügen haben. Anreiz zum Nachdenken geben sie allemal.

Titel: Alle wollen was erleben
Autor: Fabian Hischmann
Verlag: Berlin Verlag
ISBN: 978 3 8270 1357 6
Erscheinungsjahr: August 2019
Format: Hardcover mit Schutzumschlag, 176 Seiten
Preis: 18 €

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Lieber Berlin Verlag, vielen Dank für dieses überraschende Rezensionsexemplar. Ich habe mich sehr gefreut. Danke schön!