Buchmesse

Frankfurter Buchmesse 2019

Nun liegen auch schon die Tage der Frankfurter Buchmesse – meine aller erste Buchmesse – hinter mir. Ich konnte unglaublich viele Eindrücke sammeln und versuche meine Gedanken zu sortieren. Wenn ich an die Tage denke, muss ich gestehen, dass ich die Euphorie, die viele Menschen bei der Buchmesse empfinden, nicht in Gänze teilen kann. Ich reiste mit sehr hohen Erwartungen an, wurde überwältigt von der Größe des Messegeländes, doch bemerkte schnell, dass mir etwas fehlte.

Bücher über Bücher wurden ausgestellt und das begeisterte mich. Schnell ortete ich meine liebsten Verlage und war auch sehr glücklich, als ich bemerkte, dass ich sogar schon das ein oder andere Buch gelesen hatte. Ich schaute mich um und suchte nach Ansprechpartnern, doch bemerkte schnell, dass alle bereits in Gesprächen vertieft waren. Man teilte mir mit, dass man am besten einen Termin vereinbare, um eine Unterhaltung mit einem Mitarbeiter zu führen. Einen Termin auf der Messe? Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt gedacht, dass gerade Messen dafür bekannt sind, spontane Kontakte zu knüpfen und auch Interesse der Aussteller an den Besuchern besteht. Diesen Eindruck – es tut mir wirklich Leid, dass ich es so schreiben muss – haben viele Verlage nicht vermittelt.

Die meiste Interaktion fand von den Zeitungen statt. Teilweise auch sehr anstrengend, denn man wurde mehrfach am Tag angesprochen, aber hier hatte man wenigstens das Gefühl, dass man mal stehen bleiben sollte. Bei kleineren Verlagen blickten die Aussteller noch nicht einmal von Zeitschriften auf, in denen sie vertieft lasen, wenn man vorbei ging. Das hat “ungemein” animiert, stehen zu bleiben und ich habe mich gefragt, warum man dann dort überhaupt ausstellen wollte.

Mir ist bewusst, dass die Beschreibungen sehr negativ klingen und ich wünschte ich könnte sagen, dass beispielweise der Moment, als Rafik Schami plötzlich neben mir stand und der leckere Wein, der am Freitagnachmittag großzügig verteilt wurde, diese Eindrücke wettmachen würden. Leider bin ich jedoch mehr irritiert über die Tage, als begeistert – ein Fakt, der mich auch irritiert. Ihr merkt, in mir herrscht pure Irritation.

Bevor ich noch weiter ausschweife, möchte ich mit euch ein kurzes Fazit teilen:

Wenn man auf die Buchmesse fährt, sollte man sich vorher genau überlegen zu welchen Terminen man gehen möchte. Eine sanfte Berieselung ist nahezu unmöglich, da die Massen einen erschlagen. Wenn man nur am Wochenende Zeit hat, sollte man das Klima, das zu Weihnachten in Kaufhäusern herrscht, lieben – ich habe wirklich noch nie so viele Menschen auf einem Fleck gesehen! Wer seinen Lieblingsautor einmal persönlich begegnen möchte, sollte viel Ruhe mitbringen, damit das Warten und Stehen leichter fällt. Und der wohl wichtigste Punkt: Die pure Leidenschaft für Bücher sollte gegeben sein.

Ich für meinen Teil möchte zukünftig nur noch die Fachbesuchertage besuchen und auch die nur noch organisierter. Am Wochenende waren es mir leider zu viele Menschen, sodass ich bereits nach einigen Stunden die Messe vorzeitig verließ.

PS: Eine Frage, die mich nicht ruhen lässt, habe ich noch an euch: Dieses Jahr konnte man zum ersten Mal Bücher auf der Buchmesse kaufen. Was hat man denn all die Jahre auf der Messe gemacht, wenn nicht Bücher gekauft?